Animationssoftware Pencil - ein Überblick

Pencil ist ein kostenloses Open-Source-Programm, mit dem Sie zeichnen und malen sowie 2D-Animationen erstellen können.

Das Programm läuft unter Mac OS X, Windows und Linux. Bislang gibt es nur eine englische Version. Download und Dokumentation: http://www.les-stooges.org/pascal/pencil.

Getestet: Version 0.4.3b

Auf der Pencil-Homepage gibt es eine knappe Dokumentation zum Programm. Im Folgenden finden Sie ein paar zusätzliche Anmerkungen.

Die Programmoberfläche ist übersichtlich und ordentlich. Links befinden sich die Werkzeuge mit den Werkzeugoptionen, rechts die Farbpalette mit einem Tool zur Feineinstellung der Farben. Am unteren Programmrand befindet sich die Zeitleiste und in der Mitte die Malfläche.

Dateien speichern und öffnen

Pencil kennt keine proprietäre Dateiendung. Entweder vergeben Sie nur einen Dateinamen ohne Endung oder Sie vergeben, der besseren Übersicht wegen, die Dateiendung PENCIL, damit Sie auch nach ein paar Monaten noch wissen, mit welchem Programm Sie diese Datei erstellt haben.

Um eine neue Projektdatei zu speichern, klicken Sie File -> Save As. Bilder können Sie auf diese Weise nicht speichern. Als Bildformate stehen Ihnen JPEG und PNG zur Verfügung. Um diese Bilder zu speichern, klicken Sie File -> Export -> Image Sequence (die bei meinem Test exportierten JPG-Bilder waren leider leer - 0 KB). Sie können nicht einzelne Frames als Bilder exportieren, sondern Sie erhalten beim Export für jeden Frame ein Bild - auch für diejenigen Frames, die vom Programm automatisch gefüllt wurden. Die letzteren sind einfach nur Kopien des vorangehenden Keyframes.

Pencil erstellt für jede gespeicherte Datei einen Ordner gleichen Namens, in dem sich eine XML-Datei und die Einzelbilder im PNG-Format befinden. Diese Bilder werden pro Keyframe erzeugt. Die XML-Datei enthält die Farbpalette, das heißt, eine Liste von Farben mit ihren Rot-, Grün- und Blauanteilen. Sie können die Farbpalette auch in dieser XML-Datei bearbeiten.

Zeichen- und Malfunktionen

Sie können Pencil als Malprogramm benutzen, um Bitmap- oder Vektorgrafiken zu zeichnen. Da es sich hier um eine frühe Programmversion handelt, gibt es nur einen beschränkten Umfang an Zeichen- und Malfunktionen.

Im Gegensatz zu manchen Malprogrammen, können Sie in Pencil nicht einen selektierten Bereich  mithilfe des Füllwerkzeugs mit Farbe füllen. Um eine Fläche mit Farbe zu füllen, müssen Sie zuerst eine geschlossene Form zeichnen.

Die Pipette funktioniert nur auf einer BMP-Ebene, nicht auf einer Vektorebene.

Sie haben die Möglichkeit, mehrere Vektor- und Bitmap-Ebenen anzulegen. Pencil unterscheidet sich von anderen Zeichenprogrammen außerdem durch die unbegrenzte Malfläche. Beim Export in ein Bild wird jedoch nur der Bereich exportiert, der auf der angezeigten Malfläche zu sehen ist.

Eine sehr nützliche Funktion ist die Möglichkeit, die Farbpalette an das jeweilige Zeichen- oder Malprojekt anzupassen. Sie können ganz problemlos Farben aus der Palette entfernen und gewünschte Farben hinzufügen. Die veränderte Farbpalette speichern Sie mit dem Projekt.

Animation

Die Animationsfunktionen sind noch rudimentär. Es gibt eine Zeitleiste und die Möglichkeit, Keyframes zu setzen. Es gibt Zwiebelschichten, die es erlauben, die verschiedenen Ebenen zu sehen. Der Animationsprozess selbst ist der Arbeit mit Leuchttisch und Transparentpapier noch sehr nahe, da Sie zum Beispiel kein Knochengerüst anlegen können, um die Animation zu erleichtern. Auch fehlt eine automatische Füllung zwischen den Keyframes, wie es die Benutzer von manchen kommerziellen Animationsprogrammen kennen.

Ihre fertige Animation können Sie im Flash-Format (SWF) exportieren.

Fazit

Für ein Programm, das noch nicht einmal Version 1 ist, ist schon einiges geboten. Ich bin jedenfalls gespannt, welche Funktionen in der nächsten Programmversion enthalten sind. Schön wäre es, wenn der Export in Filmformate wie AVI und MOV möglich wäre.


29.01.08
Eva Fitz - Redaktionsleiterin bei Comet Computer


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