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Dank Icons voll im Bilde

Grafikelemente wie Icons und Schaltflächen spielen für alle Bedienoberflächen eine bedeutende Rolle. Welche Regeln und Richtlinien sind bei der Gestaltung zu beachten?

 

Warum Icons?

Wer schon einmal mit einer 15 Jahre alten Software gearbeitet hat, kennt sie, die tristen Bedienoberflächen mit vielen Texteingabefeldern, Tabulatorsteuerung und Befehlseingabezeilen. Wie locker und leicht kommt dagegen ein gut gestaltetes GUI einer modernen Software daher - und das liegt größtenteils an den grafischen Elementen der Bedienoberfläche. Aber auch diese haben ihr Für und Wider.

Gründe für Icons

Nicht nur die Attraktivität der Anwendung gewinnt beim Einsatz der kleinen Bilder. Gründe für den Einsatz sind auch

  • Erfüllung der Benutzererwartung
  • Schnelle Wiedererkennung
  • Sprachenunabhängigkeit
  • Kompatibilität mit anderen GUI-Applikationen
  • Geringer Platzbedarf auf der Bedienoberfläche

Gründe gegen Icons

Es gibt natürlich auch Argumente gegen die Verwendung von Icons. William Horton formuliert in seinem Werk Das Icon Buch wie folgt: "In der Regel lösen Icons eine der beiden folgenden Reaktionen aus: Entweder hat der Betroffene seine Freude an den cleveren, hilfreichen Bildchen, oder er hält sie für unverständliche Rätsel, frustrierend und sinnlos."

Einsatz und Gestaltung von Icons sollten stets das Ziel haben, den Benutzer einer Software oder einer Internetseite bei der Steuerung zu unterstützen. In dem Moment, wo etwa zu viele Bildchen bei der Navigation zu Verwirrung führen, oder die Aussage der Icons nicht eindeutig ist, kann eine andere Form der Steuerung, beispielsweise durch Texteinträge, durchaus seine Berechtigung haben. Anwendungen, die ausschließlich mit Icons arbeiten, sind oft schwer zu erlernen. Eine Kombination von Bildern und Text gilt daher als die zuverlässigste und bedienerfreundlichste Art der Softwarenavigation.

Grundregeln der Icongestaltung

Gestaltung hat immer etwas mit Kreativität und Phantasie zu tun, und Gesetze schränken beides bekanntlich ein. Dennoch gilt es, bei der Konzeption, dem Entwurf und der Umsetzung von Symbolen für eine Bedienoberfläche einige Grundsätze zu beachten.

Norm EN ISO 9241-10
Die Norm EN ISO 9241-10 sollte sich jeder gute Icongestalter als obersten Grundsatz immer wieder in Erinnerung rufen: "Schaltflächen, Icons und Menüeinträge sollten den Benutzer mit einfachen und flexiblen Dialogwegen zum Ziel seiner Aufgabe führen und damit die Anwendung steuerbar machen."

Einheitlichkeit
Alle Icons einer Anwendung sollten in Form und Stil einheitlich gestaltet sein. Das entbindet selbstverständlich nicht davon, Icons unverwechselbar zu definieren.

Standardisierung
Nach Möglichkeit sollte sich die Gestaltung an gewachsenen Standards orientieren. Windows setzt durch seinen hohen Verbreitungsgrad in dieser Hinsicht Maßstäbe. Betrachten Sie z. B. das Symbol zum Speichern einer Datei. Es ist allen Windows-Anwendern bekannt - das sind gewiss recht viele - und jeder kennt die Funktion, die sich hinter dem Icon verbirgt.

Übertreibung
Ein Stilmittel bei der Gestaltung aussagekräftiger Icons ist die Übertreibung, um das Wesentliche der mit dem Icon verknüpften Funktion deutlich zu machen. Ein Ausschnitt aus einem Dialogfenster von Microsoft Word XP verdeutlicht das:

 

Im Fenster Nummerierung und Aufzählungszeichen wird das Format der Listennummerierung festgelegt. Die unterschiedlich formatierten Zahlen stehen daher übertrieben groß im Vordergrund, während der Listentext, hier nur mit Strichen angedeutet, in den Hintergrund rückt.

Kontextbezug
Der Kontext, also das Umfeld, in dem das Icon auf der Bedienoberfläche erscheint, spielt eine wesentliche Rolle. Es gibt hervorragende Icons, die jedoch ihre Klarheit und Unverwechselbarkeit nur im Kontext mit anderen Symbolen erlangen.

Zielgruppenorientierung
Oft ergibt sich die Bedeutung eines Icons erst im Zusammenspiel von Kontext und individueller Betrachtung. Deshalb ist die Zielgruppe beim Entwurf eines Icons stets mit einzubeziehen. So können beispielsweise Symbole, die in unseren Kulturkreisen eine ganz bestimmte Bedeutung haben, in einem anderen Kulturkreis völlig andere Assoziationen hervorrufen.

Farbwahl
Verwenden Sie nur wenige Farben, dafür aber klare Formen. Zu viele Farben stören oftmals den körperhaften Gesamteindruck. Bedenken Sie außerdem: Briefkästen sind nicht überall gelb.

Gestaltungsprogramme

Programme, mit denen Sie Icons erstellen können, gibt es zuhauf. Welche Software für Sie die beste Lösung ist, hängt sicherlich stark von Ihren eigenen Vorlieben ab. Das Programm Microangelo 5.57 der Firma Eclipsit Inc. ist beispielsweise eine Shareware, die nicht nur zum Entwerfen von Icons dient, sondern auch umfangreiche Funktionen zum Verwalten von Symbolen bietet. Des Weiteren können Sie mit Microangelo Icons aus EXE- und DLL-Dateien anzeigen, extrahieren und bearbeiten.

Vorgehensweise

Folgende Vorgehensweise hat sich beim Entwurf von Icons bewährt:

  1. Definieren Sie die Nutzung und den Zweck des Icons.
  2. Beschreiben Sie die Zielgruppe, und berücksichtigen Sie dabei ihre Vorkenntnisse und Erfahrungen.
  3. Sammeln Sie Ideen.
  4. Skizzieren Sie das Icon auf Papier.
  5. Testen Sie die Skizze bei Vertretern der Zielgruppe, indem Sie das Icon zeigen und nach seiner Bedeutung bzw. Funktion fragen.
  6. Erstellen Sie das Icon mit einem geeigneten Editor.
  7. Führen Sie erneut Nutzertests durch, bei denen Sie die Erwartungen und Wahrnehmungen der Benutzer sowie die Erlernbarkeit des Icons prüfen.

Wie auch immer Sie letztlich vorgehen: Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf, aber behalten Sie stets das Wesentliche im Auge. Dann wird auch Ihr GUI den Benutzern wahre Freude bereiten.


01.04.03
Jens Degner - freiberuflicher Technikredakteur
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Bildbearbeitung Grafik Icons Schaltflächen Standards Web-Design

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