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Kompakt und inhaltsreich - moderne Informationsdarstellung in OnlineHilfe-Systemen

OnlineHilfe-Systeme sind bei steigender Komplexität nur dann eine Hilfe, wenn die Informationen in einer mediengerechten Form präsentiert werden. Vortrag tekom-Jahrestagung 2004 - Günter Starkmann

Komplexe Themen müssen so aufbereitet sein, dass die Topic-Inhalte übersichtlich bleiben und sowohl Programmneulinge, gelegentliche BenutzerInnen als auch Programmprofis die gewünschten Informationen erhalten. Eine moderne Informationsdarstellung zeichnet sich dadurch aus, dass die AnwenderInnen genau die Informationen erhalten, die sie in der konkreten Aufrufsituation benötigen - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Weiterführende Themen, Informationen mit höherem Detaillierungsgrad und Informationen für spezifische Benutzergruppen werden gesondert angeboten. Die Online-Welt stellt eine Reihe von Techniken zur Verfügung, um Informationen nach Bedarf anzubieten. Die Erstellungsseite ist aufgefordert, diese technischen Möglichkeiten auszuschöpfen und sie zur Strukturierung der Hilfe-Inhalte zu nutzen. Dabei ist immer abzuwägen, ob der Aufwand auf der Erstellungsseite dem Nutzen auf der Anwendungsseite entspricht.

Was ist zu tun?

Wie Informationen innerhalb einer OnlineHilfe zu strukturieren und darzustellen sind, ist abhängig von der Art der zu kommunizierenden Inhalte. Grundsätzlich erfolgt zuerst eine Grobstrukturierung, zum Beispiel nach dem Klassenkonzept von Prof. Sissi Closs. Dabei werden die Inhalte der OnlineHilfe in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, aus denen sich die Topic-Klassen ergeben. Typisch sind Topic-Klassen für Fensterbeschreibungen, Schrittanleitungen und Hintergrundinformationen. Je nach Hilfekonzept und Art der Software kann es noch weitere Klassen geben. Für jede dieser Klassen werden Konventionen für den Aufbau, den Inhalt, die Darstellung und die Verlinkung festgelegt. Diese Konventionen gelten dann für alle Topics innerhalb einer Klasse. Diese Vorgehensweise erleichtert den RedakteurInnen die Erstellung und führt zu einem einheitlichen und konsistenten Erscheinungsbild der OnlineHilfe.

Wenn die Inhalte klassifiziert sind, erfolgt die Strukturierung innerhalb der Topics. Hier ist darauf zu achten, dass die AnwenderInnen die wichtigsten Informationen auf den ersten Blick ohne langes Suchen oder mühsames Lesen langer Textpassagen erhalten. Die Trennung von allgemein gültigen und wichtigen Informationen einerseits sowie spezifischen und optionalen Informationen andererseits setzt eine genau Kenntnis des Programms und der unterschiedlichen Zielgruppen voraus. Die Erstellungsseite muss dann noch festlegen, wie optionale und spezifische Inhalte dargestellt werden.

Darstellung optionaler und spezifischer Informationen

Die Online-Welt bietet eine Reihe von Techniken zur selektiven Darstellung von Informationen. Dazu gehören:

  • Popups
  • DHTML (Expandierende Texte)
  • Scripte
  • multimediale Präsentationen

Jede dieser Techniken hat Vor- und Nachteile, die gegeneinander abgewägt werden müssen:

Popups

Popups erfordern den geringsten Aufwand auf Erstellungsseite. Sie haben darüber hinaus den Vorteil, dass sie an beliebig vielen Stellen wieder verwendet werden können, aber nur an einer Stelle gepflegt werden müssen. Für die Anwendungsseite haben Popups einige ungeliebte Nachteile:

  • Es kann immer nur ein Popup gleichzeitig angezeigt werden.
  • Der Inhalt des Popups verdeckt einen Teil des darunterliegenden Topics, in der Regel den Link, der zum Popup führt, und dessen Kontext.
  • Die Inhalte können nicht ausgedruckt werden.
Feldbeschreibung als Popup eingeblendet
Feldbeschreibung als Popup

DHTML-Effekte

DHTML-Effekte haben gegenüber Popups den Vorteil, dass die Inhalte innerhalb des Topics beliebig ein- und ausgeblendet werden können. Eingeblendete Inhalte erscheinen auch im Ausdruck. Der große Nachteil auf der Erstellungsseite ist jedoch, dass die Inhalte nicht mehr modularisiert in separaten Topics vorliegen sondern in jedes Topic eingefügt werden müssen, in dem diese Inhalte einblendbar sein sollen. Ohne Tool-Unterstützung wird damit der Aufwand auf Erstellungsseite wesentlich höher als bei Verwendung von Popups. Auch Pflege- und Übersetzungsaufwand erhöhen sich entsprechend.

Feldbeschreibung als expandierenden Text (DHTML) eingeblendet
Feldbeschreibung als expandierenden Text

Scripte

Eigene Scripte zu entwickeln erfordert zunächst einen hohen Aufwand auf Erstellungsseite. Jedoch kann auf diese Weise eine optimale Lösung gefunden werden, die den Aufwand auf der Erstellungsseite minimiert und den Nutzen auf der Anwendungsseite maximiert. So ist es zum Beispiel möglich, auf Erstellungsseite mit Popups zu arbeiten, die aber in der kompilierten Hilfe wie DHTML-Effekte aussehen.

Multimediale Präsentationen

Multimediale Präsentationen können eine sinnvolle optische und akustische Ergänzung zu textuellen Informationen sein. Hier ist aber der große Aufwand auf Erstellungsseite zu berücksichtigen. Auch gestaltet sich die Pflege dieser Dateien äußerst schwierig.

Zusammenfassung

Kompakte Form und vollständige Information müssen sich nicht zwangsläufig ausschließen. Überfordert werden die AnwenderInnen immer dann, wenn Informationstypen in einem Topic vermischt werden, beispielweise Handlungsanweisungen und Hintergrundinformationen. Auf Topic-Ebene erfolgt eine tieferliegende Strukturierung der Inhalte: Bewährt hat sich das Ebenen-Konzept, das es ermöglicht, kurze kompakte Übersichten durch Einblenden der nächsten Ebene mit detaillierteren Informationen zu kombinieren. Hierfür gibt es eine Reihe technischer Lösungen, die größtenteils von modernen Autorensystemen durch entsprechende Funktionen unterstützt werden. Interessanter sind aber maßgeschneiderte eigene Lösungen, die ohne die Nachteile der Lösungen "von der Stange" auskommen.

Vortragspräsentation (PDF)


01.11.04
Günter Starkmann
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